Das 'Lager'

 

~1900? (ao)

 

 

 

 

 

Im Hintergrund der Familie Pöllath sieht man das Haus Langenthal Nr.22 als Bauernhof.

Es wurde später von Herrn Moosburger gekauft und umgebaut

 

 

 

 

 

 

 

 

~1930 (ao)

 

 

Nach dem Verkauf des Bauernhofes wurde das alte Bauernhaus aufgestockt. Es ist etwas seltsam, dass offenbar kurz danach der 2. Stock gebaut wurde. Um 1930 hatte es ja schon das heutige Aussehen.

 

Eine weitere Störung sowohl im Dorfbild wie auch in der Landschaft ergab sich vor zehn Jahren mit der Errichtung eines mehrgeschoßigen Landhauses in Schweizerstil. Es handelt sich um das ehemals landwirtschaftliche Anwesen Hs. Nr: 20 sogen. ,,Rohmhaus", Besitzer Maria Moosburger München. Zunächst errichtete der Besitzer das Gebäude einstöckig auf die vorhandenen alten Grundmauern. Ein glücklicher Gedanke war seinerzeit die Anbringung von zwei großen Wandbildern am südlichen und westlichen Giebel. Trotzdem in der unmittelbaren Umgebung kleine Gebäude, insbesondere das Anwesen Scherer, stehen war der Neubau in seiner ersten Fassung noch zu billigen.

Als aber der Besitzer noch einen zweiten Stock aufrichtete, ergab sich sowohl für das Dorfbild wie der Landschaft ein schwer störender Fremdkörper.  (Zitat aus Rösermüller 1944 für die Sindlbacher Chronik)

 

 

 Namensliste (ao):

1-??     2-Moosburger Johann (gefallen)   3-Götz Wally   

7-Bauer Alois (Mauerer Alois Litzlohe) 9-Moosburger München  

13-Anton Thumann, Zimmerer Hausheim 15-Barbara Scherer (Baser Bärbel)  

17-Katharina Pöllath  19-Eva Pöllath 20-Walburga Moosburger  21-Lorenz Kopp(?)

22-Oswald Götz (gefallen)  23-Theresia Kopp(?) (Ziegler Resl) 24-Theresia Mederer

25-Theresia Moosburger   26-Franz Moosburger (Beck)  27-Johann Pöllath  

28-Josef Moosburger (gefallen) 29-Eva Pöllath  (Mutter?) 30-Willibald Mederer (Baijm)  

31-Götz  (Vorname?) 32-Götz   (Vorname?) 33-Götz  (Vorname?)

 

im Dachstuhl von li.:2. Kloster Sepp, 4. Wilhelm Götz (gefallen)

 

 

 

 

 

 

~1935 (ao)

 

 

 

Das 'Lager' mit den Nachbarn: 'Baser Bärbel' mit Mann, Johann Scherer und Eva Pöllath-Ott

     

 

(mv)

 Das ist eine Aufnahme einer Gruppe von Kindern mit Betreuern vor dem Haus Langenthal 22. Wahrscheinlich handelt es sich um 'Kinderlandverschickung' um 1939. Es gab im Haus 10 Zimmer.

Die Verpflegung erfolgte zum Teil von einer Schwester der Theresia Mederer Baijmin:

Fanny Meyer (3. von re.) Sie war gelernte Köchin.

 

 

 

 

 

 

 

 

(ft) 

 

 

Blick auf den Westgiebel

Bemerkenswert ist die Bemalung über der Fahnenstange am damaligen 'Rohmhaus' ~1938:

  'Madonna mit dem Jesuskind auf einer Mondsichel' (ft). Sie stammt von Rudolf Rösermüller

Der Mann im Eingang ist wahrscheinlich Xaver Thumann, der damals seine Schneiderei im Haus betrieben hat.

 

(ap)

 

Ein Bild vom Gartengrundstück des 'Lagers'. Oben sind die Begrenzungen des Pflanzgartens zu erkennen. Jede Familie hatte da einen gewissen Anteil.

Die Jugendlichen sind Walter Zölfl, Adolf Prinz und Fred Wendlberger

 

1960 (jn)

 

 

 

 

Das 'Lager' um 1960. In der Zeit nach dem Krieg wurde das, auch Moosburgerhaus genannte Haus von bis zu 9 Parteien, grösstenteils Flüchtlinge und Vertriebene, bewohnt. Daher die Bezeichnung. Meine Grosseltern Heinrich und Margarete Dorr haben den 1. Stock auf der Südseite von 1945 bis zu ihrem Tod 1958 bewohnt. Eine Dorr Tochter hat die Wohnung noch bis 1966 behalten und dann leider aufgegeben. Seitdem hatte das Haus mehrere Besitzer und verfällt zusehends. (jn)

 

~1960 (jl,cd,ao) ~1960 (jl,cd,ao)

Ein Anblick aus der Zeit vor dem Verfall mit dem prächtigen Kastanienbaum und

dem (noch existierenden!) Kreuz

 

~1960 (jn)

 

 

Eine leider schlechte Aufnahme des Grundstückes Langenthal Nr.22. Der grösste Teil des herrlichen Grundstückes (Westseite) wurde in den 70er Jahren verkauft und aufwendig bebaut. Im Mittelteil ist eine grosse Remise zu erkennen. Der dunkle Streifen im oberen Teil ist ein grosser Pflanzgarten.

1961(?) (jn)

 

 

 

 

 

 

 

 

 Aus unerfindlichen Gründen wurde der in voller Pracht stehende Kastanienbaum gefällt.

 

Ursprünglich war es der Bauernhof der Familie Pöllath.

Der erste bekannte Besitzer des ursprünglichen Bauernhofs Langenthal 22

war Johann Baptist Pöllath (4.8.1796). Er hat den Hof 1835 erworben.

1865 wurde sein Sohn Lorenz Pöllath (28.8.1836) der neue Besitzer.

1902 übernahm dessen Sohn Joseph Pöllath (9.2.1880) das Anwesen

Nach seinem frühen Tod wurde das Anwesen in den 20er Jahren von seiner Witwe an einen Herrn Moosburger in München verkauft.

Er hat das ursprüngliche Bauernhaus so umgebaut hat, wie man es immer noch kennt.

 

In der Zeit vor dem 2. Weltkrieg wurde es als Ferienlager für BDM Mädchen verwendet, im Krieg wurde es von der 'Hitler Jugend' als Ferienlager benützt.

 

Den Namen 'Lager' hat das Haus Langenthal 22 durch diese Verwendung erhalten und auch durch die Einquartierung von Flüchtlingen und Vertriebenen (meist Schlesier und Sudentendeutsche) und 'Ausgebombte' (aus Nürnberg). Teilweise haben 9 Parteien gleichzeitig in den 12 Zimmern und 3 Küchen gewohnt. Es gab zwei Klos (mit Wasserspülung!) auf halber Treppe.

Der grosse Garten war ein Paradies für die Kinder und die kriegsgeschädigten Eltern.

 

Ich (jn) erinnere mich noch an folgende Familien im Zeitraum von 1946 bis 1966:

    Familie Heger mit 5 Töchtern: ?, Traudl, Anneliese, Christa, Gitte, Sohn Reinhard und Enkel Heinz (Sohn von Anneliese)

    Familie Prinz mit Sohn Adolf und Tochter Heidi (nach Berg gezogen)

    Familie Zölfel mit Sohn Walter und Tochter Erna (sie hat mir das Radfahren beigebracht), (nach Seligenporten gezogen)

    Familie Küller mit den Töchtern Heidel und Magdi (1949 weggezogen nach Bergzabern)

    Familie Sellner mit den Söhnen Rudi und Josef und Tochter Erna (nach Sindlbach gezogen)

    Frau Karges mit zwei erwachsenen Töchtern (wahrscheinlich nach Nürnberg gezogen)

    Familie Dorr, Heinrich und Margarete mit Tochter Lieselotte und Enkel Joachim Niewisch (das ist der Verfasser! jn)

    Familie Auer, Josef und Paula mit Tochter Anneliese (Liesel) und Sohn Hansi

    Familie Lutz mit Sohn Horst (nach Nürnberg gezogen) Mitinhaber der Steinbruchfirma Bauer&Lutz

    Frau Freudl mit Tochter Gerli (nach Neumarkt gezogen)

    Herr Plojahr(?) hatte im Lager eine kleine Schusterwerkstatt

    etc.

Es haben nicht alle Familien gleichzeitig da gewohnt. Es gab viele Aus- und Umzüge. Viele Flüchtlings/Vertriebenenfamilien waren nur wenige Jahre da.

 

Ich bitte alle diejenigen, die etwas ergänzen oder korrigieren möchten, mir eine Email zu schreiben: joachim@niewisch.com